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Moot Court

 

Völkerstrafrecht im Saal 600

Die Richterbank kurz vor der Urteilsverkündung. Foto © Lérot

Die Richterbank kurz vor der Urteilsverkündung. Foto © Lérot

Ein Moot Court ist ein Wettbewerb, dessen Teilnehmer im Rahmen nachgestellter Gerichtsverhandlungen als Prozessbeteiligte gegeneinander antreten. Ziel ist es, die Richterinnen und Richter von der eigenen Rechtsauffassung zu überzeugen. Argumentiert wird dabei auf Basis eines fiktiven Sachverhalts. Die Sachlage ist klar, schwierig ist nur die Rechtslage.

Der Nuremberg Moot Court bietet all das auf dem Gebiet des Völkerstrafrechts, verhandelt wird vor dem „Internationalen Strafgerichsthof“. Dieser tagt im Schwurgerichssaal des Nürnberger Justizpalastes, dem historischen Ort der Nürnberger Prozesse.

Saal 600

Der Nürnberger Schwurgerichtssaal (Saal 600) ist nicht der Geburtsort des Völkerstrafrechts. Der Saal 600 symbolisiert bis heute das Versprechen, welches die Alliierten 1945 mit dem Verfahren gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher für die gesamte Menschheit gaben: die Straflosigkeit von Staatsoberhäuptern zu beenden. Von den Nürnberger Prozessen bis zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag im Jahr 2002 sollten noch mehr als 50 Jahre vergehen. Die Entwicklung, die vom Nürnberger Schwurgerichtssaal ausging, war aber nicht mehr aufzuhalten.

Lernen von der Praxis – Austausch mit Studierenden aus aller Welt

Studierende aus der ganzen Welt treffen sich im Saal 600, um mit ihren völkerstrafrechtlichen Argumenten gegeneinander anzutreten. Richterinnen und Richter sind führende Experten des Völkerstrafrechts. Mitglieder der internationalen Strafgerichtshöfe und ihrer Institutionen, der Anklage sowie der Verteidigung, Praktiker und Wissenschaftler kommen nach Nürnberg, um die Plädoyers der Studierenden zu bewerten und den Fall zu entscheiden.

Die Teilnehmer des Nuremberg Moot Court 2016. Foto © Lérot

Die Teilnehmer des Nuremberg Moot Court 2016.
Foto © Lérot

Mehr Internationalität ist kaum vorstellbar. Der Nuremberg Moot Court bietet die einmalige Gelegenheit, direkt vor der Haustüre internationale Kontakte zu knüpfen zu den Praktikern und Theoretikern des Völkerstrafrechts – zu denen von heute und denen von morgen.

 

Termin und Anmeldung

Der Nuremberg Moot Court findet jährlich in der letzten Juli-Woche über die Dauer von drei Tagen statt. Informationen zur Anmeldung finden Sie hier etwa ab dem Jahreswechsel, der Anmeldeschluß fällt ungefähr mit dem Ende des ersten Quartals des Jahres zusammen. Der Sachverhalt wird im zweiten Quartal veröffentlicht, innerhalb einer Bearbeitungsfrist sind dann Schriftsätze zu entwerfen, die ihn rechtlich aus Sicht von Anklage und Verteidungung bewerten. Nach dem Ende der Bearbeitungszeit bleibt noch einmal Zeit, sich auf die mündlichen Verhandlungen vorzubereiten. Das FAU-Team wird etwa im Februar zusammengestellt, die Möglichkeit Teams bei der Organisation zu registrieren endet im April.

Die Forschungsstelle Völkerstrafrecht organisiert den Nuremberg Moot Court gemeinsam mit der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien, die ihrerseits hier Informationen zur Verfügung stellt.


Nuremberg Moot Court

Nuremberg Moot Court - Final 2017

Der Nürnberger Prozess

Was wir aus den Nürnberger Prozessen lernen können

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