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Völkerstrafrecht hautnah – Exkursion nach Den Haag 2018

Auch dieses Jahr organisierte der Lehrstuhl von Professor Safferling zusammen mit EL§A und der Creighton University School of Law aus Omaha, Nebraska, USA eine Exkursion in die „Hauptstadt des Völkerstrafrechts“ Den Haag.

Nach einer frühen Abfahrt aus Erlangen am 01.07.2018 konnten sich die Teilnehmenden nach ihrer Ankunft in Den Haag zunächst am Strand bei bestem Wetter von der langen Busfahrt erholen, bevor abends das Programm so richtig startete. Bereits der erste Programmpunkt setzte die Messlatte für die kommenden Tage hoch: Professor Dr. Bertram Schmitt, der deutsche Richter am Internationalen Strafgerichtshof, führte die amerikanischen und deutschen Studierenden in das Völkerstrafrecht ein und beantwortete deren Fragen. Er begeisterte mit seiner Expertise und seinen Berichten aus der Praxis. Die Veranstaltung wurde durch ein gemeinsames Abendessen abgerundet.

Spannend ging es am Montag weiter. Zunächst hatten die Studierenden der FAU die Möglichkeit, mit Praktikern am Sondertribunal für den Libanon (STL) zu sprechen, die ihre Arbeit an dem hybriden Tribunal vorstellten. Insbesondere die Tatsache, dass vor dem STL Verfahren in absentia, also in Abwesenheit der Angeklagten durchgeführt werden, sorgte für viele Nachfragen seitens der Studierenden, die geduldig beantwortet wurden.

Dann ging es weiter zum Internationalen Strafgerichtshof. Dort wurden die Teilnehmenden insbesondere über dessen Mandat, Tätigkeiten und den Herausforderungen, denen er gegenübersteht, aufgeklärt. Auch Fragen, etwa ob sich der IStGH als Konkurrenz zu den anderen internationalen Tribunalen versteht, wurden umfassend beantwortet und boten genügend Stoff zum Nachdenken.

Der restliche Nachmittag und Abend blieben zur freien Verfügung und wurden erneut für Strandbesuche oder zum Erkunden des Den Haager Nachtlebens genutzt.

Am Dienstag stand ein Besuch im brandneuen Gebäude von Eurojust auf dem Programm. Dort wurde den Studierenden die Koordination der Strafverfolgung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten in grenzüberschreitenden Sachverhalten präsentiert.

Anschließend besuchten die Studierenden den Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe. Hinter diesem sperrigen Namen verbirgt sich eine internationale Institution, die unter anderem die Arbeit der Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda weiterführen und zu Ende bringen soll.

Abends fuhr der Bus vom Strand in Scheveningen ab und brachte die Studierenden wieder sicher nach Erlangen.

Wir bedanken uns bei allen, die uns auf unserer Studienfahrt begleitet haben und hoffen, das Interesse für die Materie des Völkerstrafrechts geweckt bzw. vertieft zu haben.

 

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