Lebenslang für Ratko Mladic und das Ende des Jugoslawientribunals

Das Jugoslawientribunal in Den Haag

Und nun ist Schluss. Der Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien schließt mit dem Urteil gegen Ratko Mladic seine Türen. Ratko Mladic war einer der ersten Angeklagten und wird jetzt als letzter Verurteilter in die Geschichte des Ad-hoc Tribunals für das ehemalige Jugoslawien eingehen. Die Richter Alphons Orie (Niederlande), Bakone Justice Maloto (Südafrika) und der deutsche Richter Christoph Flügge verurteilten Ratko Mladic zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe für den Völkermord in Srebrenica, Verstöße gegen das Kriegsrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Darunter fallen Straftaten wie Morde, Deportationen, Vertreibungen, Geiselnahme, Vergewaltigungen und Terror in ganz Bosnien und Herzegowina und während der Belagerung von Sarajevo. Nur in einem Anklagepunkt sprach die Kammer Mladic frei: die Anklagebehörde hatte ihm vorgeworfen, in sechs Regionen des ehemaligen Jugoslawien Völkermord begangen zu haben. Die Richter stellten fest, dass in diesen sechs Regionen Bosnien und Herzegowinas die Zielgruppe jedoch nicht den erheblichen Teil der geschützten Gruppe ausmachte, wodurch die Voraussetzungen des Völkermordstatbestandes nicht erfüllt sein können.

Ratko Mladic wurde für die genannten Fälle am 25. Juli 1995 angeklagt, aber erst am 26. Mai 2011 wurde er festgenommen und schließlich am 31. Mai 2011 zum Gerichtshof übermittelt. Nach 530 Verhandlungstagen wurde Ratko Mladic am 22. November 2017 schließlich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

 

  • Hier finden Sie die Zusammenfassung des Urteils:
  • Zur Urteilsverkündung hier auch ein BR2-Interview mit Professor Safferling:

 

Der Nürnberger Prozess

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